Österreich

Kein bedeutendes Weinland ist weiter gegangen als Österreich. Derzeit ist rund ein Viertel seiner Weinberge bio-zertifiziert — mehr als in Frankreich, mehr als in Italien, mehr als in jedem anderen Land, das Wein in diesem Maßstab produziert. Das ist kein Werbeslogan, sondern tatsächlich die höchste Kennzahl weltweit für ein Land dieser Größe. Und das ist kein Zufall: die Winzer hier haben jahrzehntelang ihre eigenen Standards verschärft, bis ökologischer Ansatz aus einer Nische zum Standard wurde.

Österreich ist ein Land voller wilder Kontraste auf kleinem Raum. Steile Flussterrassen über der Donau. Vulkanische Böden nahe einem See, der so flach ist, dass er kaum als einer zählt. Kalkige, windgepeitschte Hügel nahe der slowenischen Grenze. Jede dieser Regionen macht Wein, der nirgendwo sonst so schmeckt — und Orangewein, einst ein Randexperiment, ist heute im österreichischen Recht als eigener anerkannter Stil verankert, gleichberechtigt neben Rot, Weiß und Rosé.

Das Ergebnis ist ein Weinland, das aufgehört hat, aufzuholen. Es ist klein, präzise — und gerade jetzt einer der interessantesten Quellen in Europa, aus der man ein Glas einschenken kann.

Weingut Kögl

Weingut Kögl

Tamara Kögl bewirtschaftet 11 Hektar steile, von Hand bearbeitete Weinberge rund um den Stermetzberg in der Südsteiermark — seit 2018 biodynamisch und seit 2020 Demeter-zertifiziert — mit einer besonderen Leidenschaft für Pét-Nat.

Tamara Kögl hatte nicht vor, den gemischten Landwirtschaftsbetrieb ihrer Eltern in Ratsch an der Weinstraße zu übernehmen — aber die steilen Hänge rund um den Stermetzberg entschieden es anders. 2010 wurde sie Kellermeisterin, 2013 stellte sie auf Bio um (keine leichte Aufgabe im feuchten Klima der Steiermark), und 2018 war der Betrieb vollständig biodynamisch.

Die Weinberge erklimmen schroffe Kalkmergellagen, die so herausfordernd sind, dass Maschinen sie nicht erreichen können — alles wird von Hand gemacht. Es ist dieser Kalkmergelboden, der Kögls Stillweinen ihre charakteristische Spannung und Tiefe verleiht — ein mineralisches Rückgrat unter einer Frucht, die nie weich werden darf — und das den Gaumen wachhält. Straff, präzise, unbestechlich.

Bei den Schaumweinen kam der Wendepunkt, als sie erkannte, dass für die Anwendung der klassischen Methode der Basiswein für die Dosage den Hof verlassen müsste — beim Pét-Nat bleibt alles, von Anfang bis Ende, vor Ort. Sieben Jahre später sind ihre Pét-Nats —nach Gefühl statt nach Formel gemacht, Jahrgang für Jahrgang das, wofür das Weingut bekannt ist: elegant, spritzig, sanft trüb und lebendig.