Bulgarien

Bulgarien produziert seit über 3.000 Jahren Wein — eine der ältesten Weinkulturen Europas, die für sie kaum sichtbar ist. Das Thrakische Tal im Süden ist das Herzstück: warme kontinentale Sommer, milde Herbste und ein Ring aus Bergen im Norden und Süden, der das geschützte Mikroklima schafft, das alte Rebsorten brauchen. Die Thraker machten hier bereits Wein, bevor die Römer kamen, und archäologische Funde legen nahe, dass diese Region Wein nach Troja lieferte.

Die einheimischen Sorten sind es, die Bulgarien sehenswert machen. Mavrud — ein tiefer, tanninreicher Rotwein mit uralter Geschichte, der fast ausschließlich rund um Plovdiv angebaut wird. Rubin — eine Kreuzung aus Syrah und Nebbiolo aus dem Jahr 1944, mit der Struktur des einen und der floralen Eleganz des anderen. Dimyat — eine weiße Rebsorte mit jahrhundertelanger lokaler Geschichte, die Weine mit natürlicher Frische und wachsartigem, texturiertem Charakter erzeugt. Den Großteil des 20. Jahrhunderts verschwanden diese Sorten unter sowjetischen Produktionsquoten. Was jetzt geschieht, ist die Rückeroberung.

Die neue Generation bulgarischer Winzer ist klein, besonnen und arbeitet mit Reben, die hier schon länger stehen als alle Ambitionen, die man je für sie hatte. Minimale Intervention. Uraltes Terroir. Eine Weinwelt, die noch nicht aufgeholt hat — aber es tun wird.

Georgiev&Milkov

Georgiev&Milkov

Zwei Önologen, eine Obsession mit bulgarischen Trauben

Georgiev&Milkov startete 2014 mit einem Handschlag und einer gemeinsamen Überzeugung: dass Bulgariens einheimische Trauben mehr verdient hatten, als sie bekamen. Petar wuchs in Plovdiv auf, entdeckte Wein durch einen Nebenjob in einer Bar als Student und verbrachte Jahre damit, in Kellern in Bulgarien, Österreich und Neuseeland zu lernen. Radostin wuchs mit den Familienweinbergen an der Schwarzmeerküste auf, studierte Gärungstechnologie und arbeitete Ernten auf drei Kontinenten, bevor er nach Hause kam.

Sie besitzen keine Weinberge — sie arbeiten mit Winzern, die das tun. Menschen, die dieselben Parzellen seit Jahrzehnten gepflegt haben, durch alles, was die Geschichte dieser Region zuwarf. Alte Mavrud-Reben auf den roten Waldböden rund um Novi Izvor. Uralter Rubin in Brestovitsa. Roter Misket über fünfzig Jahre alt in der Nähe von Prolom. Dimyat auf Kalkstein in Karabunar. Diese Winzer kennen ihr Land so, wie wenige Menschen irgendetwas kennen — und Petar und Radostin sind klug genug, das führen zu lassen.

Im Keller ist der Ansatz minimal. Spontane Gärung, alte bulgarische und französische Eiche, in den meisten Weinen kein zugesetzter Schwefel, unfiltriert. Jahresproduktion 35.000 bis 43.000 Flaschen aus sechs Weinen — alle aus einheimischen bulgarischen Sorten.