Kein bedeutendes Weinland ist weiter gegangen als Österreich. Derzeit ist rund ein Viertel seiner Weinberge bio-zertifiziert — mehr als in Frankreich, mehr als in Italien, mehr als in jedem anderen Land, das Wein in diesem Maßstab produziert. Das ist kein Werbeslogan, sondern tatsächlich die höchste Kennzahl weltweit für ein Land dieser Größe. Und das ist kein Zufall: die Winzer hier haben jahrzehntelang ihre eigenen Standards verschärft, bis ökologischer Ansatz aus einer Nische zum Standard wurde.
Österreich ist ein Land voller wilder Kontraste auf kleinem Raum. Steile Flussterrassen über der Donau. Vulkanische Böden nahe einem See, der so flach ist, dass er kaum als einer zählt. Kalkige, windgepeitschte Hügel nahe der slowenischen Grenze. Jede dieser Regionen macht Wein, der nirgendwo sonst so schmeckt — und Orangewein, einst ein Randexperiment, ist heute im österreichischen Recht als eigener anerkannter Stil verankert, gleichberechtigt neben Rot, Weiß und Rosé.
Das Ergebnis ist ein Weinland, das aufgehört hat, aufzuholen. Es ist klein, präzise — und gerade jetzt einer der interessantesten Quellen in Europa, aus der man ein Glas einschenken kann.