Ungarn

Die meisten kennen Ungarn dank Tokaji – dem süßen, goldenen Wein, der das Land vor Jahrhunderten berühmt gemacht hat. Dieser Ruf setzte sich fest – und hielt. Derweil passierte heimlich etwas auf den Vulkanhängen rund um den Balaton und in den Kellern einer neuen Generation. Es kamen die Winzer, die Zeit im Ausland verbracht, Biodynamik studiert und sich dann auf den Heimweg gemacht hatten – um mit Rebsorten zu arbeiten, die hier wachsen, seit niemand mehr Aufzeichnungen darüber führt.

Die Böden sind Basalt und Kalkstein – eine Geologie, die den Weinen eine Schärfe und Spannung verleiht, die nichts mit Süße zu tun hat. Die indigenen Sorten sind alt, eigensinnig und verhalten sich anders als alles, was weiter westlich wächst. Genau das macht sie so interessant.

Ungarn hatte schon immer die Substanz. Jetzt bekommt es die Winzer, die sie voll ausschöpfen.

Kolonia 52

Kolonia 52

Zwei Freunde, die auf den vulkanischen Hängen des Balatons Wein machen. Ausgebildet in ganz Europa, verwurzelt in Ungarn. Jede Flasche geht durch ihre eigenen Hände.

Annamária und Attila sind zwei junge ungarische Winzer, die den schwierigen Weg gegangen sind. Bevor sie nach Hause zurückkehrten, arbeiteten sie jahrelang quer durch Europa — auf biodynamischen Weingütern in Österreich, in Kellern in der Steiermark — und sogen alles auf, was es über echte Landwirtschaft und Gärung zu lernen gab. Als sie sich schließlich in Ungarn niederließen, war es keine angesagte Region. Es war die vulkanische Nordküste des Balaton, in einem alten Weingut, das sie gemeinsam mit einem älteren Budapester Ehepaar renovierten — die ihre Vision mehr mochten als das höchste Gebot.

Der Name stammt aus den Anfängen: ein winziger Keller in der Kolónia-Straße Nummer 52, in Südungarn. Dort haben sie zum ersten Mal gemeinsam Wein gemacht. Die Etiketten erzählen eine lokale Sage — den Heiligen Georg und den Drachen —, dargestellt mit zwei Köpfen und zwei Schwänzen, einer für jeden von ihnen. Jede Flasche wird von Hand gestempelt. Für sie soll jede Flasche durch ihre Hände gehen, genau wie jede Traube.

Die Böden rund um den Balaton bestehen aus vulkanischem Basalt und Kalkstein — die Geologie, die den Weinen ihre scharfe Mineralität und elektrische Spannung verleiht. Von Hand gelesen, in einer kleinen Korbpresse gepresst, in gebrauchten Fässern ausgebaut. Keine Zusätze, kein Schwefel, keine Filtration. Ernsthafter Wein von Menschen, die ernsthaft ausgebildet wurden — und dann beschlossen, alles wieder zu vergessen, was man ihnen beigebracht hatte.