Ungarn

Jenseits des süßen Tokaji erlebt Ungarn eine kraftvolle Renaissance trockener Vulkanweine. Die vielfältigen Böden — von Basalt bis Kalkstein — verleihen den Trauben Spannung und Mineralität. Junge, progressive Winzer definieren neu, was ungarischer Wein sein kann.

Kolonia 52

Kolonia 52

Ein junges, dynamisches Projekt, das frische Perspektiven und minimalinvasive Techniken auf klassisches ungarisches Terroir bringt.

Der Name Kolonia 52 kommt von dem allerersten Ort, an dem Annamária und Attila gemeinsam Wein machten – einem winzigen Keller in der Kolonia-Straße Nummer 52 im Villányi-Gebiet in Südungarn. Dort hat alles begonnen. Heute tragen die Etiketten eine andere Geschichte: inspiriert von der lokalen Volkssage von St. Georg und dem Drachen, zeigen sie zwei Köpfe und zwei Schwänze – einen für jeden Winzer. Jede Flasche wird handgestempelt, weil Annamária und Attila glauben, dass „jede Flasche durch unsere Hände gehen sollte, genau wie jede Traube."
Bevor sie sich am Balaton niederließen, verbrachten das Paar Jahre damit, Erfahrung in Weinregionen von Österreich bis Australien zu sammeln. Die prägendste Erfahrung war der Aufenthalt bei Horst Hummel Ende 2018 – zusammen leben, zusammen arbeiten, Legenden wie Franz Strohmeier und Sepp Muster in der Steiermark besuchen. Sie arbeiteten auch bei Gut Oggau, Heinrich und Michael Gindl – biodynamische Benchmarks, die ihren Ansatz für Landwirtschaft und Keller prägten. Das Weinbaustudium in Budapest war nützlich für technische Grundlagen – „aber wir mussten offensichtlich alles vergessen, was sie uns über Weinbauphilosophie und Pflanzenschutz erzählt haben", erinnern sie sich.
Das Land rund um den Balaton ist teuer – aber Annamária und Attila fanden ihr Land dank eines älteren Paares in Budapest, das von der Vision fasziniert war und sich entschied, nicht an den Höchstbietenden zu verkaufen. Gemeinsam renovierten sie das alte Weingut, bepflanzten die Weinberge neu und brachten das Weingut zurück ins Leben.
Die Böden sind meist Basalt mit etwas Kalkstein am Fuße des Hügels – die vulkanische Geologie, die Kolonia 52-Weinen ihre scharfe Mineralität und elektrische Spannung verleiht. Trauben werden von Hand gelesen, in einer kleinen Korbpresse gepresst und in gebrauchten Fässern aus der Champagne und Österreich gereift. Keine Zusätze, kein Schwefel, keine Filtration. Das Ergebnis sind Weine, die, wie ein Importeur es ausdrückte, beeindruckend, energetisch, sauber und wunderschön ausbalanciert sind – was nicht für jeden leicht ist.