Bulgarien produziert seit über 3.000 Jahren Wein — eine der ältesten Weinkulturen Europas, die für sie kaum sichtbar ist. Das Thrakische Tal im Süden ist das Herzstück: warme kontinentale Sommer, milde Herbste und ein Ring aus Bergen im Norden und Süden, der das geschützte Mikroklima schafft, das alte Rebsorten brauchen. Die Thraker machten hier bereits Wein, bevor die Römer kamen, und archäologische Funde legen nahe, dass diese Region Wein nach Troja lieferte.
Die einheimischen Sorten sind es, die Bulgarien sehenswert machen. Mavrud — ein tiefer, tanninreicher Rotwein mit uralter Geschichte, der fast ausschließlich rund um Plovdiv angebaut wird. Rubin — eine Kreuzung aus Syrah und Nebbiolo aus dem Jahr 1944, mit der Struktur des einen und der floralen Eleganz des anderen. Dimyat — eine weiße Rebsorte mit jahrhundertelanger lokaler Geschichte, die Weine mit natürlicher Frische und wachsartigem, texturiertem Charakter erzeugt. Den Großteil des 20. Jahrhunderts verschwanden diese Sorten unter sowjetischen Produktionsquoten. Was jetzt geschieht, ist die Rückeroberung.
Die neue Generation bulgarischer Winzer ist klein, besonnen und arbeitet mit Reben, die hier schon länger stehen als alle Ambitionen, die man je für sie hatte. Minimale Intervention. Uraltes Terroir. Eine Weinwelt, die noch nicht aufgeholt hat — aber es tun wird.