Slowenien

Wenn Weinkenner über den Ursprung des Orange Wine sprechen, sprechen sie über Friaul — die nordostitalienische Region, die der Welt die Maischevergärung bei Weißweinen brachte. Was dabei seltener erwähnt wird: die Grenze zwischen Friaul und Slowenien verläuft mitten durch dieselben Hügel, über denselben Böden, mit denselben Rebsorten auf beiden Seiten. Brda — das slowenische Wort für Hügel — ist geologisch eine Region mit Friauls Collio-Appellation. Die Linie zwischen ihnen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gezogen, nicht von der Geologie.

Slowenische Winzer waren von Anfang an Teil der Maischevergärungs-Renaissance. Das Land liegt auf demselben Breitengrad wie Bordeaux und Piemont, mit drei verschiedenen Klimazonen — mediterran im Westen, alpin im Norden, pannonisch im Osten — und indigenen Rebsorten, die es nirgendwo sonst gibt. Was Zeit brauchte, war die Infrastruktur: Jahrzehnte kooperativer Land- und Mengenwirtschaft in der jugoslawischen Ära bedeuteten, dass kleine handwerkliche Erzeuger sich erst in den 1990er Jahren richtig entwickelten. Diese Generation ist jetzt auf dem Höhepunkt.

Die Weine landen in wichtigen Weinbars in ganz Europa und bekommen nun die Aufmerksamkeit, die sie seit langem verdienen.

Keltis

Keltis

Ein 240 Jahre altes Familiengut in der Untersteiermark. Biodynamischer Anbau, indigene Sorten, Weine die nach einem ganz bestimmten Hügel schmecken.

Keltis ist ein Name aus zwei Wörtern: Kelhar, der Familienname, und vitis — Lateinisch für Weinrebe. Die Familie Kelhar bewirtschaftet die Hügel über Bizeljsko seit 1776. Der Betrieb begann wie die meisten Höfe in diesem Teil Sloweniens — Kühe, Obstbäume, Gemüse und Wein, der in Fässern verkauft wurde. Das änderte sich 1989, als Marijan Kelhar seine ersten Weine in Flaschen abfüllte und sie auf Messen vorstellte. Die Marke Keltis war geboren.

Fünf Hektar Weinberge und ein Wald, groß genug, um das Holz für die eigenen Fässer zu liefern. Die Böden sind Mergel, Sandstein mit Quarzbinder, Ton und Kalkstein: eine Geologie, die sich in jedem Stil anders zeigt – aber immer mit demselben mineralischen Rückgrat. Zehn Rebsorten stehen zur Verfügung, darunter Rumeni Plavec, eine indigene Sorte, die sich vor allem für Schaumweine gut eignet – weil sie selbst in heißen Jahren ihre natürliche Säure behält.

Seit 2009 wird bio gewirtschaftet, seit 2019 biodynamisch gearbeitet, seit 2022 trägt der Betrieb das Demeter-Zertifikat. Mazerationen können bis zu acht Monate dauern. Abgefüllt wird, wenn der Wein bereit ist – nicht wenn es der Kalender verlangt.