Péter Nagyváradi wuchs im Süden Ungarns auf, in der Nähe der Weinregion Villány. Sein Vater ist Geologe, und der Großvater seiner Frau leitete das Forschungsinstitut für Weinbau in Pécs — die beiden Menschen, die ihn als Erste zum Wein führten. Eine Kindheit voller Reisen, Erkundungen von Böden und Besuche in Nationalparks tat ihr Übriges.
Nach seinem Diplom arbeitete er auf Weingütern in Ungarn, Neuseeland und Chile und wandte sich immer mehr Weinen mit minimalen Eingriffen aus ökologischem Anbau zu. Mit seiner Frau reiste er durch Europa und verkostete bei Domänen, die genau so arbeiteten.
2018 ließ er sich am Nordufer des Balaton nieder und half überall in der Region beim Bewirtschaften und Pflanzen von Weinbergen, um sie kennenzulernen. 2019 fand er eine alte, vernachlässigte Parzelle mit Buschreben und begann, sie allein an den Wochenenden zu bearbeiten. In den ersten beiden Jahren gab es fast nichts zu lesen — Witterung und Tiere holten sich alles. Schritt für Schritt kam die alte Anlage zurück, und sie wird jedes Jahr kräftiger. Ein zweiter Weinberg auf der Halbinsel Tihany folgte, und 2022 mietete er einen Keller in Balatonfüred. Heute bewirtschaftet das Familienweingut zwei Hektar auf fünf Parzellen ökologisch und kauft für die Einstiegsweine Trauben von Bio-Winzern aus der Umgebung.
Die Kellerarbeit ist bewusst einfach. Weiße Trauben kommen als ganze Trauben in eine alte Korbpresse. Rote gehen unterschiedliche Wege: Manche werden sofort gepresst, manche durchlaufen eine kurze Kohlensäuremaischung, manche werden von Hand entrappt und zwei bis drei Wochen auf den Schalen gelassen. Alles gärt mit Spontanhefen in gebrauchten Fässern und bleibt auf der Hefe. Ein Abstich, keine Schönung, keine Filtration und so wenig Schwefel wie möglich. Das Ziel ist, in Péters eigenen Worten, die vielfältigen Terroirs der Region in alten, traditionellen Weinbergen auszudrücken — im Gleichgewicht mit der Natur.